20.09. Sucre

20Sept2014

text

Hmm Beef Kirchen bei Nacht  Markt Fruchtsaft-Stände Markt Patatas, Patatas, Patatas Markt Avocados - die Butter des Waldes Markt bunte Früchte Parque Bolivar Parque Bolivar - Cholita beim Kickern die Weiße Stadt die Weiße Stadt die Weiße Stadt das Geld wird in Goldzähne angelegt

18.09. - 19.09. Potosi

19Sept2014

Höchste Stadt – Dynamit – Silbermine

Marktplatz, Markthallen und Cerro RicoFrühstück auf dem Markt Auszug aus dem Lonely Planet Potosi vom Cerro Rico Philip, Paul, Ich startklar Geschenke vom Miners Market Eingang zum Stollen  Lore mit Gestein  der Körbe Schaufler

„I am rich Potosi, the treasure of the world…and the envy of kings.“

Potosi ist mit 4067m eine der höchsten Städte der Welt und bekannt für die reichste Silbermine des Cerro Rico, Reicher Berg, der mit 4824m über der Stadt thront. Jahrhunderte lang haben die Spanier das Mineral außer Landes gebracht und Bolivien selbst hat nicht viel von diesem Reichtum abbekommen. Noch immer wird nur das Rohmaterial exportiert und wirklich verdienen tun andere. In ein paar Monaten soll jedoch eine Schmelzfabrik eröffnen. Nachdem jedoch der Minenberg Cerro Rico (reicher Berg) fast 500 Jahre ausgebeutet wurde, sind die Vorkommnisse fast erschöpft. Zurzeit arbeiten ca. 12000 Minenarbeiter hier.

Den ersten Tag verbringen wir mit chillen und essen auf dem Markt (es gibt sehr leckere Süßigkeiten) und wir buchen für morgen früh eine Minentour. Neben vielen Kirchen aus der guten alten Zeit gibt es nicht viel mehr zu sehn.

Die Hauptattraktion sind die Minen. Hierzu gibt es verschiedene Meinungen. Der LP beschreibt es als eine unvergessliche Erfahrung, aber warnt ebenso vor den Gesundheitsgefahren durch Asbest, Silikatstaub, herabfallende Steine, Explosionen… Menschen bei ihrer harten Arbeit zuschauen fühlt sich etwas komisch an, aber die Miner sind ganz froh, denn 10% bekommen sie und zudem ist es üblich Geschenke mitzubringen.

Wir sind 8 Leute in der Tour. Wir bekommen Gummistiefel, Hosen, Jacken, Helme, Licht und fahren zuerst zum Miners Market. Hier kaufen die Arbeiter, die in einer Kooperative organisiert sind täglich ihr Handwerkszeug und wir unsere Mitbringsel. Beliebt sind Stangen Dynamit, Tüten mit Coca-Blättern um die Arbeit zu ertragen, billiger Alkohol (ich staune nicht schlecht über die 96 Volumenprozent und die Überschrift potable) und Cola, da es in den Schächten recht warm werden kann.

Nachdem wir uns den Minenberg auf 4500m hochgeschlängelt haben, steigen wir in eine der Minen ein. Gebückt kriechen wir durch die engen Gänge. Da ich die letzte Woche in Rurre auf Meeresniveau verbracht habe, komme ich ganz schön ins keuchen. Die schlechte Luft und der Mundschutz machen es nicht besser. Man soll nix anfassen, da die Stromkabel wild durch den Stollen führen und immer wieder stoße ich mit dem Kopf an den oft gebrochenen Deckenbalken an.

Wenn eine schwer beladene Lore vorbeikommt müssen wir schnell zur Seite springen. Die Arbeitsbedingungen sind extrem. Wir begegnen einem, der seit 25 Jahren hier arbeitet und den ganzen Tag alleine Körbe mit Gestein befüllt, 100 Körbe, je 250kg für 11€ pro Tag. Tiefer im Berg steigt die Temperatur auf fast 40°C. Wir treffen auf 4-5 nassgeschwitze Miner mit dicken Backen von den Coca-Blättern. Von der Decke rieseln ein paar Steine.

Es gibt keinen Plan der Stollen und keine Behörde oder Aufsicht. Wenn man eine benachbarte Explosion hört, gräbt man nicht weiter. Normalerweise sollen 10m zw. den Stollen liegen, aber wenn man einer Ader folgt, ist das dann auch egal. Der ganze Berg ist total durchlöchert und irgendwann wird bestimmt alles zusammenfallen. Man sagt, dass in den letzten 500 Jahren fast 8 Mio. meist indigene Arbeiter hier gestorben sind. Früher waren die Bedingungen noch ganz andere.

Nach 2h sind glaube ich alle froh wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Es war eine sehr beeindruckende Erfahrung. Da Philip und Paul hier noch bissel bleiben wollen, verabreden wir uns für Übermorgen in Uyuni. Ich mache noch einen Abstecher nach Sucre und nehme 15:00 den Bus.

17.09. Bus 'n' Taxi

17Sept2014

Straßensperren – Taxirennen – Rucksackweitwurf

Taxirennen

Jetzt wo ich wusste, was auf mich wartet, hatte ich noch weniger Lust auf die Fahrt. Aber mit einem Flug wäre ich auch erst mittags in La Paz und rückzu sollte es nur 14h dauern. Pustekuchen!

7:30 stehen wir wieder vor einer gesperrten Straße im Niemandsland. Diskutieren hilft nix, obwohl ich glaube, dass das Warten echt überflüssig ist. Erst nach 5h geht es weiter, aber nach 30min halten wir schon wieder. In Caranavi ist die Stelle wo die Straße erst 17:00 öffnet. Aber ich bin 19:30 mit Paul und Philip in La Paz verabredet, keine Chance. Ich steige auf ein Sammeltaxi um. Der Fahrer meint, bis dahin schafft er es.

Im LP steht, wer Angst vor der Busfahrt hat, könne auch mit dem Taxi fahren. Aber das macht die Sache nicht besser. Die Taxis fahren bis zur Absperrung vor und als die Pylonen weggenommen werden, startet ein waschechtes Rennen. Jeder will der erste sein und nicht den Staub des anderen schlucken. Mit Affenzahn rasen wir durch den dichten Staub. Reifen quietschen und ich kralle mich am Haltegriff fest. Dann fällt auch noch bei voller Fahrt mein Rucksack vom Dach. Zum Glück sehe ich es und keiner fährt dagegen.

Mit einer weiteren Taxifahrt schaffe ich es 20:00 zum Terminal und treffe gerade noch auf die 2 P’s. Ich habe bereits ein anderes Busticket gekauft und so verabreden wir uns erneut für morgen früh in Potosi. Diese Fahrt nutze ich eh nur zum Schlafen, diesmal im breiten Sessel auf Asphaltstraßen.

14.09. - 16.09. Rurrenabaque - La Selva

16Sept2014

Wanderbäume – Pfeilfischen – Wasserlianen

Hafen von Rurre der Ort vom Rio Beni aus steile bewaldete Berge das 1. Camp Gemüsegarten Schlafplatz Vögel grüne Kobra kann bis zu 1m zum Licht wandern Wanderung querfeldein Riesenbäume Brüllaffe Baden am Fluss Hondo

1.Tag

Wieder Treff 8:30 an der Agentur. Diesmal zum Glück keine Jeepfahrt, sondern 3h Bootsfahrt den Beni hinauf. Breiter Fluss, steile Berge und ganz viel Wald. Wir sind diesmal nur zu viert, Baldemar der Guide, die 2 Jessies aus OZ und USA und ich. In dem vibrierenden Boot lässt sich gut der Rausch der letzten Nacht ausschlafen. Wir biegen noch kurz in einen Seitenfluss ab und dann sind wir genau richtig zum Mittag an unserem ersten Camp. Hier gibt es mehrere mit Planen überdeckte Plätze, eine Köchin, ein kleiner Gemüsegarten. Es sieht so aus, als würde hier noch ein Camp mit richtigen Hütten entstehen.

Danach machen wir eine Jungle-Wanderung. Baldi erklärt viel, wir sehen aus der Ferne Brüllaffen, Vögel, er spürt eine Tarantula auf und eine Kobra. Letzte sehe ich zuerst nicht und als sie zwischen meine Beine schlängelt, springe ich wie wild umher.

Das Blätterdach schützt im Gegensatz zur Pampa gut vor der Sonne, aber dafür muss man sich hier vor den Mücken und Sandfliegen in Acht nehmen. Wir baden im Fluss und nach dem Essen machen wir noch einen kurzen Nachtspaziergang, aber sehen leider keine bizarren Insekten (bin von Borneo verwöhnt).

Zur Nacht knüpfen wir unsere Moskitonetze über die gezimmerten Betten und schlafen mit den Geräuschen des Waldes ein.

Maden in Nüssen, wir haben zum Glück Essen dabei Brüllaffen - Mama + Baby  ein Schuss... ...ein Treffer das 2.Camp die Küche Fisch im Bananenblatt abends wieder Fisch, diesmal mit Angelhaken Sandfliegenalarm! Blattschneideameisen Nachtwanderung Frosch bei der Laichablage

2.Tag

Heute wandern wir 3h zu einem 2. Camp. Besonders gefällt mir, dass wir quer durch den Wald laufen. Baldi haut den Weg mit der Machete frei und orientiert sich immer mal. Als wir eine Lagune erreichen, holt Baldi einen einfachen Bogen und große Bambuspfeile hervor, diese tränkt er mit Gift von einem Baum und will so fischen gehen. Ich bin etwas skeptisch. Wir müssen ganz leise sein, an drei Stellen steht er nur rum und schaut, dann ein Schuss, ein Treffer, Respekt! Unser Mittagessen.

Dieses Camp ist viel kleiner, nur ein Schlafplatz, eine Küche und ein Tisch und Bänke aus Bambus. Ich schnibble Gemüse und der Fisch wird im Bananenblatt im Feuer gegahrt. Wieder fischen im Fluss und baden. Am Ufer machen Wildschweine einen Mortskrach hinter einer Baumreihe. Hier bringen mich die Sandfliegen fast um, besonders beliebt sind meine nackten Füsse, die vorher kein Repellent abbekommen haben.

Abends Essen mit anderer Gruppe und Baldis zwei weiteren Fischen. Danach wieder Nachtspaziergang zusammen.

Pancakes zum Frühstück Würgeliane Dornenbaum kein Sandhaufen sondern riesiger Ameisenhaufen riesiges Netz einer Spinnenkolonie Ameisenstraße Wasserliane Baldemar bewaffnet beim Tarantula rauslocken und da ist sie Rückfahrt

3.Tag

Heute werde ich von Camp 1 mit dem Boot abgeholt, die anderen beiden bleiben einen Tag länger. Wieder wandern wir querfeldein durch den Jungle. Nach dem Mittag sucht Baldi noch eine Tarantula für mich in Erdlöchern, da ich die erste nicht gut erwischt hatte mit der Kamera. Diesmal gelingt mir ein guter Schuss.

17:00 bin ich wieder in Rurre. Ich treffe die Französinnen wieder (hatten ihren Flug verpasst und mussten 3 Tage warten) und nochmals gibt es Caipi in der Moskito-Bar. Mir steht leider wieder eine Busfahrt bevor. 22:00 soll es losgehen und 1h später sitze ich wirklich im Bus, nachdem ich zuerst am falschen Busterminal gewartet habe.

10.09. - 13.09. Rurrenabaque - La Pampa

13Sept2014

Kaimane – Piranhas – Anacondas

Rurrenabaque

1.Tag

Nach einer wilden Busfahrt (Durchschnittsgeschwindigkeit 22km/h) komme ich früh recht gerädert in Rurrenabaque an. Im Gegensatz zu den kalten kargen letzten Stationen auf über 3000m herrscht hier tropische Hitze. Hängematten zum Entspannen dominieren die Hostels. Es ist ein kleiner Ort mit eingeschossigen Gebäuden, staubigen Schachbrett-Straßen am Rio Beni gelegen, der in das Amazonasbecken fließt. Auf der Suche nach einem Hostel treffe ich Paul und Philip aus Düsseldorf und wir teilen uns ein Zimmer.

Heute ist Entspannung angesagt, wir schlafen nochmal, lesen, Billard, Hängematte, essen. Die einzige Aufgabe ist es eine Tour für morgen zu buchen. Es gibt grob gesagt zwei Grüne hier zu sein, östlich von Rurre liegt la Pampa (Steppe mit Fluss) und westlich la Selva (der Regenwald im Madidi N.P.). Wir buchen 3 Tage Pampas. Abends gibt es Caipirinhas in der Moskito Bar. Schön sich endlich mal abends draußen aufhalten zu können, ohne dass es kalt ist.

JeepfahrtPaul Philip Ich Ankunft am Fluss Start geschichtete Schildkröten Kaimane überall Tucanund alle möglichen VögelKormoraneStorchenart   Paradiesvögel Riesenrattenfast so groß wie ein WildschweinKapuzieneräffchen

2.Tag

8:30 Treff an der Agentur. In unserer Gruppe sind wir drei, 2 Französinnen, 2 Holländerinnen und James aus England. Mit dem Guide Victor und dem Fahrer zwängen wir uns zu zehnt in einen Jeep. Die Fahrt zum Fluss dauert 3,5h und ist grauenhaft. Eng, heiß, buckelig und total staubig, man sieht nix vor einem oder was entgegen kommt. Nach dem Mittag sind 45°C im Auto.

Dann steigen wir um in ein kleines offenes Holzboot und der schöne Teil beginnt. Wir sehen viele Kaimane, Schildkröten, verschiedenste Vögel und eine ganze Familie der Riesenratten Capybara. Auf dem Programmpunkt steht auch Schwimmen mit Delphinen. Wir sehen sie öfters kurz, aber da das Wasser total braun ist, immer nur kurz den Schnabel oder Rücken. Am Rand liegen die Kaimane in der Sonne und im Wasser gibt es Piranhas, aber der Guide sagt wo Delphine sind „no Problem“ und einige hüpfen in die braune Brühe.

17:00 erreichen wir das Camp, bestehend aus 3-4 Holzhütten, verbunden mit Holzstegen. In der Regenzeit muss es hier ganz anders aussehen. Nach dem Essen fahren wir nochmal mit dem Boot und sehen sogar Tucane. In der Sunset-Bar gibt es kühles Bier und Volleyball. Auf der Rückfahrt im Dunkeln mit Taschenlampen funkeln uns die tausend Augenpaare der Kaimane entgegen.

unser CampSonnenaufgang  erst hohes Schilfgras dann Sumpf und schließlich Wasser die Anaconda Lagune Regen Regen Regen Piranha Fischen diese Zähne! vom Haken auf den Teller das Jungs-Zimmer

3.Tag

Kurze Fahrt zum Sonnenaufgang, dann lecker reichhaltiges Frühstück und 9:00 sind wir schon dabei mit Gummistiefeln durch den Sumpf zu stapfen. Erster Programmpunkt: Anaconda Suche. Dann fängt es extrem an zu Regnen und hört einfach nicht auf. Zuerst warten wir unter paar Bäumen, dann stapfen wir im tropischen Schauer und Gewitter den Weg zurück zum Boot. Die ganze Zeit mit der Angst um meine Kamera.

Nachmittags hört es auf und wir gehen Piranha-Fischen. Mit kleinen Fleischködern und Haken an der Leine stehen wir aufgereiht im Boot. Die Fische beißen andauernd, aber fressen einfach nur das Fleisch vom Haken. Nur Paul und der Guide fangen Piranhas. Danach wieder Sunset-Bar und Pasta mit Piranhas.

Entspannung purBrüllaffe direkt am Campauf zur letzten Bootsfahrt Delphinehinten liegen 4 Kaimane bei Delphinen bleiben die am Ufer Delphineplötzlich auf der Straße die ganze Gruppe

4.Tag

Schwimmen nochmals mit den Delphinen, im Hintergrund die Kaimane. Nach dem Mittag geht’s auf dem Fluss zurück und dann wohl oder übel wieder 100km Jeepfahrt. Sehen auf der Straße noch einen riesigen Ameisenbär.

Angekommen im Office holen wir uns nochmals Gutscheine für die Moskito-Bar ab. Ich buche für die nächsten 3 Tage eine Jungle-Tour und bekomme nochmals welche. Paul und Philip fahren heute Abend zurück nach La Paz. Wir haben uns für den 17.09. 19:30 dort am Busbahnhof verabredet. Alle anderen sind jetzt auch in unserem Hostel und ich teile mir ein Zimmer mit James.

Abends lösen wir unsere ganzen Caipi-Gutscheine ein, trinken Bier und spielen Billard. Es ist ein toller Abend.

09.09. Death Road

09Sept2014

Downhillbiken – Linksverkehr – steile Abhänge

 Start auf 4700m zuerst 30km Asphalt schneebedeckte Gipfel 30km alte Death Road Devils Corner   500m Abgrund tropisches Klima auf 1600m

Die Death Road oder weniger schockend The World’s Most Dangerous Road ist in La Paz allgegenwertig. Überall werden Tagestouren mit dem Bike angeboten. Bis 2006 wurde die einspurige Schotterstraße ohne Leitplanken noch in der Trocken- und Regenzeit von Bussen und LKW’s benutzt und viele fanden den Tod in den 500m steilen Abhängen. Schätzungen nach 2 Fahrzeuge pro Monat und jährlich 200 bis 300 Tote.

Nun gibt es eine neue Straße mit Brücken und Tunneln und nur noch die verrückten Touristen fahren mit den Rädern die alte von Kreuzen gesäumte Straße runter. Gestartet wird auf kalten 4700m umringt von Schneebergen. Zunächst geht es 30km mit Verkehr die Asphaltstraße runter, dann 30km Schotterpiste. Hier fängt der Spaß erst richtig an. Ich versuche immer dicht hinter dem Guide zu bleiben und wir hacken um die steilen Kurven. Habe mir extra das teuerste Rad mit full suspention geliehen, safty first.

Die Landschaft wird immer grüner tropischer und extrem heiß. Die Tour endet auf 1600m. Nach einem Mittag mit Pool lasse ich mich an der Kreuzung von Yolosita absetzten. Hier soll 16:00 – 17:00 der Bus nach Rurrenabaque vorbeifahren. So spare ich 6h Fahrzeit. Der Guide war nicht so zuversichtlich, was noch kein Ticket? Na ob der wirklich kommt? Aber zum Glück warten zwei ältere Tschechen ebenfalls und das gibt mir Hoffnung.

16:15 kommt der alte klapprige Bus. Ein Gangplatz erste Reihe ist noch frei, vor mir die Fahrerkabine abgeteilt ohne Sicht. Dann warten bis 17:00 bis die Straße wegen Bauarbeiten geöffnet wird.

Auf der staubigen schmalen Straße müssen wir immer wieder ranchieren und ganz knapp an den Abgrund fahren. Durch einen Schlitz zur Fahrerkabine sehe ich oft keine Straße mehr vor dem Bus. Hier herrscht auch Linksverkehr, damit der Fahrer immer die Schlucht im Blick hat. Die wahre Death Road beginnt meiner Meinung nach erst jetzt.

08.09. La Paz

08Sept2014

heimliche Hauptstadt – vergrabene Untote – getrocknete Lamas

La Paz  Free Walking Tour verzierte Fassade Patatas Patatas Patatas getrocknete Lamas Lama Föten selbst die Uhren ticken anders der typische Kopfschmuck La Paz vom Cablecar

La Paz – die heimliche Hauptstadt von Bolivien liegt auf 3600m (zumindest Regierungssitz). Die Armenviertel wuchern dabei die Hänge des engen Tales noch höher bis auf 4100m. Dabei dominiert das nackte rotbraun der Ziegelwände. Die ganze Stadt scheint ein einziger Straßen-Markt zu sein, überall herrscht Verkehrschaos und irgendwo wird noch gestreikt.

Treffe mich mit Sonja und Josef zur Free-Walking-Tour. Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne gibt es nicht, aber die beiden erklären die ganzen Eigenheiten des Landes und machen das super. Der erste Halt ist das korrupte Gefängnis mitten in der Stadt. Hier soll es das reinste Kokain geben und Zellen mit Whirlpool und Flatscreen. Früher gab es auch illegale Führungen und es war ein TopTipp im LP, aber nach Überfällen und Vergewaltigungen wurde das dann abgeschafft.

Auf dem Witches Market kann man getrocknete Lama-Föten kaufen, bevorzugt zur Segnung beim Hausbau verwendet. Bei Hochhäusern brauch man dann was Größeres, muss aber noch leben (Obdachlose werden betrunken gemacht, in die Grube gestoßen und dann Beton drauf). Oder die Bestellung von 10000 Hüten in Italien im 19.Jh. Da man in Europa dachte dass die kleinen Bolivianer auch kleine Köpfe haben müssen, blieb man hier auf der Ware sitzen. Dann wurden die kleinen Hüte einfach als neueste Mode für Frauen verkauft und so sieht man heute noch überall diese typische Kopfbekleidung. Und es gab noch einige weitere Geschichten.

Danach fahren wir mit der erst vor 4 Monaten eröffneten und recht deplatziert wirkenden Seilbahn die Hänge hoch für einen tollen Ausblick. Nachher muss ich mich noch über mehrere Optionen für die nächsten Tage erkundigen. Wollte eigentlich mit dem Boot nach Rurrenabaque schippern, da die Busfahrt schrecklich sein soll, aber es gibt nicht genug Leute, also doch Bus.

05.09. – 07.09. Lake Titikaka – Isla del Sol

07Sept2014

Aussteigerort – Geburtsort der Sonne – Fußgängertag

Copacabana Forelle am Strandbüdchen the Beach

1.Tag

7:30 fährt der Bus nach Copacabana auf der bolivianischen Seite des Sees. Von Hier fahren die Boote zur Isla del Sol ab. Früh und mittags. Die Busfahrt sollte nur 3h dauern, aber nach langer Grenzkontrolle und 1h Zeitverschiebung wird mir es zu knapp noch heute zu fahren. Der Ort sieht auch sehr relaxt und nett aus, die Touristen mehr wie Aussteiger. Ich habe auch 2 Schweizer getroffen, Sonja und Josef, mit denen ich die Tour morgen mache.

Für heute nur noch Essen (gebratener Fisch an kleinen Strandständen), Trinken und in der Sonne sitzen angesagt.

 wie in Kroatien Isla del Sol     Inka Ruinen am Geburtsort der Sonne  gepflasterter Weg auf dem Kamm  Fiesta?  Panorama Restaurant Kolibri

2.Tag

8:30 Abfahrt, nachdem man zunächst den südlichen Teil Yumani passiert, erreichen wir nach 2h den nördlichen Teil Challapampa. Zunächst wandern wir zur nördlichen Spitze mit alten Inkaruinen. Der Legende nach wurde hier die Sonne geboren und auf der Nachbarinsel Isla de Luna der Mond. Hier befindet sich auch der heilige Stein eines Pumas (der aber nur mit viel Fantasie zu erkennen ist) genannt Titi Kharkha, Namensgeber des Sees.

Auf einem schön gepflasterten Weg auf dem Bergkamm wandern wir nach Süden mit herrlichen Ausblicken nacch rechts und links. Die Inseln erinnern mich sehr an die Koronati in Kroatien.

Nach einem kleinen Abstecher zu einer Bucht erreichen wir nachmittags Yumani. Auf einer Terrasse mit weitem Blick genießen wir die Aussicht. Tagsüber ist es wahnsinnig heiß, sobald die Sonne untergeht wird es so kalt, dass man sich eigentlich nur noch ins Bett legen kann. Daher endet der Abend auch relativ zeitig.

Blick aus meinem Zimmer Wirbelsturm  Inka Brunnen Fähre für Bus nach La Paz

3.Tag

Herrliches großes Frühstück wieder mit Ausblick. 10:30 fährt unser Boot zurück nach Copacabana und 13:30 der Bus nach La Paz. Hatten schon Angst, dass der nicht fährt, da heute Tag des Fußgängers ist, aber anscheinend gilt das nur für die lokalen Busse.

An einer Stelle müssen alle aus dem Bus aussteigen und getrennt überqueren wir eine Enge von 600m. Bei der Einfahrt nach La Paz passieren wir mehrere Polizeikontrollen, nirgends Autos unterwegs und überall Stände und Fußgänger auf den Straßen. Wir halten zum Glück ganz zentral, ich such mir ein Hostel und informiere mich schon mal über Touren.

02.09. - 04.09. Lake Titikaka - Puno

04Sept2014

Schwimmende Inseln – Gastfamilien – Italienfeeling

Landschaft im Altiplano

1.Tag

Das nächste Ziel ist Puno, genauer gesagt der Lake Titikaka. Mit einer Fläche von mehr als 8560km² auf einer Höhe von 3810m gelegen ist er der höchste navigierbare See der Welt. Der Bus nach Puno dauert 6h, daher kam diesmal kein Nachtbus infrage. Da ich heute eh keine Tour mehr auf den See machen kann, geh ich es gemütlich an. Als ich aus dem Hostel auschecke, treffe ich Nick aus Holland, er hat dieselben Pläne. Wir teilen uns das Taxi und nehmen 11:00 den Bus. Die ersten 2h fahren wir dieselbe Strecke vom Canyon, hätte ich mir auch sparen können, aber die hochgelegene Landschaft des Altiplano ist sehr malerisch.

Kurz bevor es dunkel wir erreichen wir den hässlichen Ort im Nieselregen. Wir buchen eine Tour für 2 Tage zu den schwimmenden Inseln und 2 weiteren normalen Inseln mit Übernachtung bei einer Gastfamilie. Danach Pizza essen, man kommt nicht drum herum, der Ort ist gepflastert mit Pizzerien.

Lake Titikaka Blick auf Puno Totora Schilf Uros - floating Islands   Touristen-Empfang   Inselhäuptling Handicraft Inselmodell  Bootmarkt Mittag Isla Amantani Haus Gastfamilie Aussichtspunkt der Regen kommt Cordillera Real Bolivia Fiesta

2.Tag

8:30 sitzen ca. 25 Touristen in einem Ausflugsboot. Das erste Ziel sind die 87 schwimmenden Inseln von Uros. Auf den See hatte sich das Volk der ??? vor den dominanten Inkas geflüchtet. Zunächst bestanden diese nur aus verbundenen Booten und später aus dem geswchichteten Schilf, welches an den Ufern wächst. Die Fahrt dauert nur ca. 20min. Dann warten schon die bunt gekleideten Frauen auf die Ausflugsboote. Man bekommt die Bauweise der Inseln an einem Modell erklärt, kann sich die Häuser anschauen und natürlich bunte Tücher und Schmuck kaufen. Nach 1,5h fahren wir weiter zur Isla Amantani. Die Fahrt dauert 2,5h, auf dem Weg erklärt der Guide zweisprachig viel über den Lake Titikaka, sogar mit Tafelbild.

Hier leben ca. 4000 Einheimische in einfachster Lebensweise von der Landwirtschaft. Damit jeder etwas vom Tourismus hat, wird man im Rotationssystem den am Hafen traditionell gekleideten Frauen zugeteilt. Da ich total Hunger habe, hoffe ich auf eine gute Köchin. Bei Constantine werden Nick, Ich und zwei Franzosen aufgerufen.

In der Küche, die nur aus einem Herd und zwei, drei Töpfen und Pfannen besteht, zaubert Sie uns Kartoffeln, mehr Kartoffeln, Süßkartoffeln und Käse. Nach der Schule stößt noch ihre Enkelin Cynthia zu uns. Der Hof besteht aus ein paar Zimmern, einem kleinen Feld, Schafstall, Meerschweinchen, ein Wasserhahn und sogar Strom aus Solarzellen.

16:00 treffen sich wieder alle um den Aussichtspunkt der Insel zu besuchen, Regen kommt auf. Abends Nudeln mit Reis mit Kartoffeln und danach Fiesta! Die Touristen bekommen Ponchos und Röcke und Blusen angezogen, eine Band spielt. Die Frauen fordern die Touristen zum Tanz auf, aber scheinen selbst nicht so richtig Spaß zu haben, außer die kleine Sintia. Wirkt etwas seltsam, zum Glück gibt es Bier an dem ich mich festhalten kann, bei der Höhe ist man eh zu schnell außer Atem. Abends startet heftiger Regen.

die komplette Küche das Haus Hafen Constantine & Cynthia traditionelle Kleidung  Isla Taquile  Hauptplatz harte Arbeit  Puno

3.Tag

7:00 Frühstück, Tee mit Pancake und 1h später müssen wir uns schon von unserer Gastfamilie am Hafen verabschieden. Viel Interaktion war leider nicht möglich, da die Menschen hier hauptsächlich Quechua sprechen und mein mickriges Spanisch unserer 4er Gruppe noch das Beste war.

Wir setzen zur Insel Taquile über. Hier leben ca. 2000 Menschen die der Aymara-Kultur angehören. Wir wandern über die Insel, alles wirkt total Mediterran. Essen gebratenen Fisch auf einer Terrasse mit Blick auf die Berge und den glitzernden See, Italien Feeling pur.

Nachmittags sind wir wieder in Puno. Verbringe noch die Zeit bis zur obligatorischen Pizza mit Nick und Inder. Danach nehmen beide den Nachtbus. 

30.08. - 01.09. Canon del Colca

01Sept2014

Condore – Schluchten – Oasen

Canon del Colca Condor Der Weg bis zum grünen Ziel Juanito im grünen Tal Mein Zimmer Avocado-Baum

1.Tag

Früh 3:00 werden wir bereits in einen Kleinbus verfrachtet und nach Chivay gefahren. Hier gibt es Frühstück und dann geht es weiter zum Cruz del Condor, für mich das Highlight der Tour. Besonders nachdem Bert so davon geschwärmt hat. Dieser Ort ist nämlich bekannt für die majestätischen Condore mit bis zu 3m Spannweite, die hier allmorgendlich die Thermik nutzen und sich langsam die Schlucht hochkreisen. Leider bekomme ich in den nächsten 50min, die wir in die Schlucht starren keinen zu Gesicht. Nur aus der Ferne. Alle die ich getroffen habe und hier waren haben welche gesehen (was auch an den Farmern liegt, die hier regelmäßig ihre toten Kühe ablegen) naja shit happens. Die Schlucht selbst ist ja auch schon beeindruckend. Vom tiefsten Punkt bis zum nächsten Gipfel sind es über 3200m. Von unserem Standpunkt bis zum Rio Colca schon ganze 1200m und die tiefste Schlucht mit 4400m ist gleich um die Ecke.

Danach startet unsere Wanderung im Zick Zack zum Fußpunkt der Schlucht. Zunächst teilt sich die Gruppe noch in den Teil auf, der das Ganze in 2 Tagen und wie ich in 3 Tagen macht. In der Gruppe gemütlich bleiben dann nur noch Ich, Mareike und Antje aus Holland und der lustige Guide Juanito übrig.

Zuvor noch karg, wird unten in der Schlucht plötzlich alles grün mit Feigen-, Avocadobäumen und Agaven. Noch ganz schwächlich bin ich heilfroh, als wir endlich mittags unser Ziel erreichen. Die 2 Tages Gruppe muss jetzt noch unsere ganze morgige Etappe absolvieren. Ich nutze den Nachmittag hauptsächlich zum Erholungsschlaf.

Die Gruppe + Anschluss aus Australien O)ase + Weg nach oben Wasserfälle Paraiso Lodge Kolibri

2.Tag

Habe fast den ganzen Pancake zum Frühstück gegessen, alles bleibt drin und ich fühle mich viel besser. Heute laufen wir ca. 3,5h fast nur waagerecht im Talboden. Plötzlich dringen unterhalb der trockenen Steilwände zwei Wasserfälle aus dem Berg. Drumherum ist alles grün und wir haben die Oase mit unserer Paraiso Lodge erreicht. Dieses Fleckchen Erde ist wirklich paradiesisch. Überall Palmen, bunte Blumen, Kolibris und ein blauer Pool mit einem natürlichen Felsen als Begrenzung.

Nachdem ich das Mittag kaum erwarten konnte, haben wir zum Glück wieder den Nachmittag Zeit zum Schwimmen, in der Hängematte baumeln und Volleyball spielen. Die nächste 2 Tages Gruppe mit neuen Leuten erreicht uns spätnachmittags.

endlich oben Felder am Schluchtanfang Brücke zu den Hot Springs 4910m Pass Chinchilla Llama Alpacas, Llamas Vikunjas (Vicunas) El Misti und Co. Vorortromantik

3.Tag

Heute müssen wir wieder aus der Schlucht heraus. Gestern haben wir schon die demotivierende Zick Zack Linie bis an den Rand der Schlucht 1000m über uns gesehen. Jetzt 5:00 früh ist es zum Glück noch dunkel und man sieht nur den Lichtschein seiner Stirnlampe. Nach 2:45h haben wir den oberen Rand erreicht.

Nach dem Frühstück fahren wir zusammen mit den 2täglern zu den Hot Springs. Die heißen Becken am Fluß sind eine Wohltat für die Muskeln. Danach fahren wir hoch ins Altiplano, der peruanischen Hochebene. Auf 4910m (der höchsten Passstraße Südamerikas) machen wir halt um die umliegenden Vulkane zu bestaunen. Unter anderem das Wahrzeichen Arequipas, der wohlgeformte El Misti. Es ist eisig kalt und jeder Schritt bedarf eine Verschnaufpause. Durch die flache Weite hat man absolut nicht das Gefühl so hoch über dem Meeresspiegel zu sein.

Danach scheucht unserer Guide für uns die sonst perfekt getarnten Chinchillas auf (Respekt in der Höhe) und wir fahren entlang mehrerer Herden von Alpacas (weiß, kurze Schnauze, hängende Ohren) Llamas (braun oder schwarz, lange Schnauze, stehende Ohren) und sehen auch wilde Vicunas (braun-weiß, schlanker).

Abends erreichen wir wieder Arequipa nachdem wir lange durch Vororte gefahren sind, von denen man nicht weiß, ob die gerade abgerissen werden, neu entstehen oder ob hier Krieg herrscht. 

29.08. Arequipa

29Aug2014

Weiße Stadt – Klostergassen

la Cadetral Plaza de Armas weiße Innenhöfe Markt - verschiedenste Kartoffelsorten Convento de Santa Catalina   Convento de Santa Catalina Backöfen Convento de Santa Catalina Blick von oben

Arequipa wird auch die Weiße Stadt genannt, da sie hauptsächlich aus dem weißen Vulkangestein gebaut ist. Sie ist die zweitgrößte Stadt Perus, 3x so groß wie Cusco (gefühlt kleiner) und 1/10 so groß wie Lima und befindet sich ausnahmsweise unterhalb von 3000m.

Früh komme ich mit dem Nachtbus an, suche mir ein Hostel und laufe durch die Gassen mit den weißen Kirchen und Innenhöfen. Ich buche eine Tour für morgen zum Canon del Colca. Durch meine Magenschmerzen und wenig Essen fühl ich mich noch recht schlapp. Trotzdem muss ich zum Highlight der Stadt dem Convento de Santa Catalina, einem Klosterkomplex das einen ganzen Block mit 20.000m² einnimmt. Von hohen Mauern umgeben besteht es aus vielen kleinen Gassen, Innenhöfen und Kirchen. Die dicken Wände sind blau, orange und rot leuchtend angestrichen. Überall kann man Labyrinth artig durch die Zellen, Backstuben und Zimmer schlendern. Mit 35 Soles recht teuer, aber es lohnt sich.

26.08. - 28.08. Cusco - Umgebung

28Aug2014

Pferdeausritt – Salzterrassen – Inkaruinen

Inkamauern Sacsayhuaman Alpaca gefangen Pferderitt Zona X Inka Tempel Cusco Jesus Statue

1.Tag

Nach der 4-Tages-Tour lassen es Krischen und ich etwas ruhiger angehen. Wir laufen über die schöne Plaza San Blas den Berg hoch zur wichtigsten Inka-Ruine der Stadt: Sacsayhuaman. Da der Eintritt nur über ein Kombiticket für 70 Soles funktioniert, lassen wir uns zu einer Reittour überreden, bei der man an den Ruinen ganz nah vorbeikommt und noch 3 weitere Stätten sieht. Zuerst laufen wir an der riesigen Zick-Zack-Mauer vorbei zu den Pferden. Es wird immer ländlicher und hier könnte man uns gut ausrauben, denken wir uns. Auf 2 Gäulern traben wir über hüglige Pfade zur Zona X, einer Ansammlung von Felsblöcken, die kleine Höhlen und Schluchten bilden und noch 2 weitere Inka-Stätten. Dann zu Fuß zur Jesus-Statue, die wie in Rio über der Stadt wacht mit einem tollen Ausblick. Dann müssen wir uns beeilen und 15:00 nimmt Krischen sein Taxi zum Flughafen. Ab jetzt bin ich wieder alleine. Schaue mir noch das Monasterio de Santo Domingo an, welches auf alten Inka-Tempeln errichtet wurde, leider habe ich meine Kamera im Zimmer vergessen.

Handycraft Shop Meerschweinchenlager am HerdTerrassen von MorayTerrassen von MoraySalinerasSalineras

2.Tag

Ich wollte etwas Tempo rausnehmen und hab mich für 2 weitere Tage in Cusco entschieden. Heute steht ein Halbtagesausflug zu den Terrassen von Moray und den Salzterrassen von Pichingoto an. Zuerst halten wir jedoch an einem Handycraft-Shop, aber eigentlich ganz interessant. Die Alpacawolle wird mit Parasiten auf Kakteen rot gefärbt, mit Zitrone oder Salz ändert man die Farbe. Obwohl ich glaube, dass die Pullis und Mützen aus der Fabrik kommen. Der Ofen mit eingebautem Meerschweinchenlager war sehr witzig.

Die Terrassen von Moray bestehen aus zwei kreisförmigen Anlagen und dienten der Erforschung des landwirtschaftlichen Anbaus. Die Inkas haben durch die unterschiedlichen Höhen und Himmelsrichtungen verschiedene Mikroklimas erzeugt und getestet wo welche Sorte am besten gedeiht. Sie kannten über 4000 Kartoffel- und 800 Maisarten, davon ist heut nur noch die Hälfte bekannt. Die Anlage selbst vielleicht nicht so beeindruckend, aber der Hintergrund schon.

Der letzte Programmpunkt sind die Salzterrassen von Pichingoto. Eine heiße Quelle die die Mineralien aus dem Berg aufnimmt speist die ungefähr 3000 Terrassen und in den trockenen Wintermonaten verdunstet das Wasser. Für 250kg der Salzkruste bekommt der Bauer ca. 25 Soles.

15:00 bin ich wieder zurück in Cusco. Abends hab ich dann ziemliche Magenschmerzen und kann nix mehr so richtig drinnen behalten.

Alpacas  Pisac    PisacOllantaytambo Templo del Sol30m SteinkopfChincheroKircheDeckenmalereien

3.Tag

Tagesausflug zum Sacred Valley. Nach dem obligatorischen Handycraft-Stop fahren wir in das Sacred Valley und schauen uns 4 Inka-Stätten an. Pisac – Ruinen mit steilen Terrassen auf einem Berg gelegen. Das Mittag lasse ich aus und schlafe im Bus.

Ollantaytambo ist die Geburtsstätte der Inkas, hier gehen die Ruinen bis auf das 13.Jahrhundert zurück. Ein 30m großer Kopf ist in den Felsen gegenüber gehauen und zur Wintersonnenwende scheint die Sonne zuerst durch einen weiteren Kopf am Rand des Felsens auf einen Thron im Sonnentempel. Hier gibt es auch die berühmten fugenlosen Felsblöcke, 30-60 Tonnen schwer.

In Chinchero, die Sonne ist schon untergegangen gibt es weitere Ruinen und eine schöne reich bemalte Kirche aus der Kolonialzeit. 19:30 sind wir zurück in Cusco und 1h später nehme ich den Bus nach Arequipa. Das erste Mal, dass ich hier einen richtigen Busterminal sehe. Alles an einem Ort konzentriert, ich kann mir die Company aussuchen und sogar handeln. Habe einen Sofasessel mit nur drei Sitzen pro Reihe. 

22.08. - 25.08. Cusco - Machu Picchu

25Aug2014

zu Land – zu Wasser – zur Luft

Wir haben uns zur Erkundung von Machu Picchu für den 4 tägigen Adventure Jungle Trek entschieden, der mit allerlei Sportarten gespickt ist. Knapp gefolgt vom Salkantay Trek.

Start Biketour 2400hm auf Serpentinen hat wohl schon mehrere Stürze hinter sich Raftingtour Stromschnellen

1.Tag

8:00 werden wir in unserem Hostel aufgesammelt und in ein Kleinbus verfrachtet. Durch das Sacred Valley fahren wir auf einen Pass auf 4200m. Jetzt werden die Räder vom Dach geladen und jeder kleidet sich wie bei der Müllabfuhr, damit wir auch ja gesehen werden, wenn wir die nächsten 2400 Höhenmeter auf der Strasse ins Tal fahren. Bei den Rädern ist ein schnelles Zugreifen von Vorteil, damit wenigstens die Bremsen halbwegs funktionieren. Mir springt öfters die Kette ab und die Kurven sind doch etwas respekteinflößend bei dem Material. Aber es geht recht gemütlich für 1,5h ca. 40km ins Tal.

Dann bekommen wir endlich gegen 16:00 das lang ersehnte Mittag und sogleich geht’s weiter im Programm mit Rafting. Krischen und ich sitzen ganz vorn im Boot. Die Stromschnellen sind größer als erwartet und es macht riesig Spaß. Mehrfach müssen wir bei großen Wellen ins Boot abtauchen und uns festhalten. Im Dunkeln kommen wir zu unserem Schlafplatz zurück und nach ein paar Runden Billard geht’s ins Bett. Morgen wird wieder ein langer Tag.

staubige Straße am Morgen Nasenbär Inkapfade Tal des Urubambas  Erfrischung im Fluss Überquerung kurz vorm Ziel Hot Springs

2.Tag

Nachdem sich die Gruppe gestern in die 3 und 4 Tages Tourer geteilt hat, besteht unsere bunte Gruppe jetzt aus 10 Personen aus Australien, Deutschland, Belgien, Israel, England, USA.

Heute steht hauptsächlich wandern auf dem Programm für ca. 7h. Daher starten wir zeitig zunächst entlang der staubigen Straße und dann immer höher über dem Tal auf alten Inka Wegen. Es ist recht heiß auf der geringen Höhe, die Berge sind noch karg und unter uns der Fluß Urubamba der bis zum Machu Picchu führt.

Es gibt mehrere Stopps, der Guide erklärt ein paar Früchte, ich habe die Bekanntschaft mit einem quirligen Nasenbär und eine Erfrischung im kühlen Fluss haben wir uns auch verdient.

Am Ende der Wanderung überqueren wir den Fluss in einem kleinen Wagen an einem Drahtseil, bevor wir uns in den heißen Quellen entspannen können. Abends gibt es wie fast immer Suppe und Pollo con Arroz, aber der Pisco Sour ist sehr lecker.

Ziplining   Machu Picchu ist schon zu sehen Aquas Calientes

3.Tag

Heute steht wieder als erstes Adventure auf dem Programm – Ziplining. Mit Helm, Handschuhen und Gurt fahren wir zum Rand des Tals. Hier sausen wir an insgesamt 6 Drahtseilen mehrfach über das weite Tal und den Fluss. Da die Seile parallel gespannt sind können Krischen und Ich sogar kleine Rennen veranstaltet. Nur bei allem Ehrgeiz darf man das Bremsen mittels Handschuh auf Seil nicht vergessen.

Ab Hydroelectrica laufen wir 2h entlang der Bahnschienen der Inka Rail und sehen nach dem Mittag schon die Rückseite von Machu Picchu über uns thronen. Jetzt müssen wir nur noch der Schleife des Tals einmal um den Berg folgen.

In Aguas Calientes am Fuß des Berges fühlt man sich wie in einem mondänen Skiort. Umringt von steilen Bergen, die hier auch viel grüner und dichter bewachsen sind schmiegt sich der Ort ins enge Tal, voll von gut situierten Touristen, die direkt mit der Bahn gekommen sind, die mitten zwischen den Häusern entlang tuckert.

Andrang am Morgen  Sonnenaufgang        Sonnentempel    Blick vom Sun Gate

4.Tag

Nun ist es soweit, langsam haben wir uns unserem eigentlichen Ziel genähert - Machu Picchu. Da mir der Guide zwei Tickets für den Bus geschenkt hat, der sich die Serpentinen 400m hochschlängelt zum Eingang der Inkastätte, können wir etwas länger schlafen. Der Rest der Gruppe bricht schon 4:15 auf, um zum Sonnenaufgang oben zu sein. Auch wir müssen uns in der riesigen Schlange für die Busse etwas vormogeln, um es rechtzeitig bis 6:30 zu schaffen. Der Ansturm ist wahnsinnig, jeden Tag kommen 3000 – 4000 Touristen. Aber trotzdem, wow, es lohnt sich. Man hat schon viel darüber im Fernsehen gesehen, aber hier zu stehen ist was ganz anderes. Die Anlage ist wirklich riesig und sehr beeindruckend, wie die Ruinen den Hang hinunter klettern und alles umringt von einer unglaublichen schroffen Berglandschaft.

Zuerst bekommen wir eine Führung von einem Guide, der das Englisch nur phonetisch zu sprechen scheint und dann haben wir noch Zeit bis 12:00 um alles genauer zu erkunden. Es sind mehr als 5h, aber es wird bestimmt nicht langweilig. Der selbe Rückweg 2,5h straff zu Fuß nach Hydroelectrica ist recht nervig. 15:00 fahren wir von hier mit dem Kleinbus 6,5h zurück nach Cusco, wo uns auf 3400m wieder eisige Kälte erwartet.

21.08. Cusco - City

21Aug2014

21.08. Cusco - City

Die Stadt mit der Plaza de Armas Innenhof unseres Hostels Plaza de Armas Mittag Markt Markt Inka-Mauern Plaza San Blas Feuerwerksspektakel Alpaca, Meerschweinschen, Pisco Sour und Co.

Inkahauptstadt – Plätze, Kirchen – Atemnot

Cusco – ehemalige Hauptstadt der Inkas und Ausgangspunkt für Machu Picchu und das Sacred Valley mit einer Vielzahl von Relikten aus der Inkazeit. Auf 3400m Höhe gelegen kriechen die Häuser am Stadtrand noch höher die Berge hinauf. Die Stadt selbst gehört zum UNESCO-Welterbe.

Gegen 11:00 erreichen wir mit Verspätung den Busterminal und suchen uns über der zentralen Plaza de Armas ein schönes Zimmer. Beim Erklimmen der steilen Gassen und Treppen kann einem in dieser Höhe schnell die Luft wegbleiben. Nachdem wir mehrere Agenturen abgeklappert haben, entschieden wir uns für morgen schließlich für eine der Alternativrouten nach Machu Picchu, da der Inka Trail immer min. 6 Monate ausgebucht ist.

Danach erkunden wir die Stadt, welche uns auf Anhieb gefällt. Die erste wirklich schöne Stadt in Peru. Es gibt eine Vielzahl von grünen Plätzen, Kirchen und kolonialen Gebäuden. Ebenso findet man überall die typischen fugenlosen trapezförmigen Mauern der Inkas.

Abends schauen wir zuerst bei einem Fest zu, bei dem unter Begleitung von Blasmusik mehrere Holzgerüste mit Feuerwerkskörpern Marke Eigenbau angezündet werden. Alles dreht sich, sprüht Funken und knallt. Da die Sicherheitsvorkehrungen nicht so ernst genommen werden, muss man schon aufpassen, dass einem nicht ein glühender Batzen auf den Kopf fällt.

Danach teilen wir uns noch einen Grillteller mit Forelle, Alpaca und Meerschweinchen (der Spezialität in Peru). Das rosé gebratenen Alpaca ist sehr lecker. Bei den zwei Stück Meerschweinchen findet Krischen schnell heraus, dass man Zähne, eine Nase, Augen und Ohren erkennt und legt es wieder zurück. An den dünnen Knochen kann man nur dünne Fipselchen Fleisch abpulen und der Geschmack naja – unser Fall ist es nicht.

20.08. Nazca Linien

20Aug2014

Karge Berge – wacklige Türme – bedeutende Furchen

karge Landschaften Irgendwo im Nirgendwo Lineas de Palpa Lineas de Palpa Lineas de Nazca - El Arbol Lineas de Nazca - Los Manos Bus nach Cusco

Der Bus zu unserem nächsten Ziel Cusco fährt 17h, da wir früh ankommen wollen, nehmen wir den 18:30 ab dem 2,5h entfernten Nazca. Den Tag verbringen wir gechillt zunächst bis Mittag in der Oase dann lassen wir uns mit dem Bus am Aussichtsturm in Palpa absetzen. An der Panamerikana finden wir uns 16:00 in einer unwirklichen trockenen und heißen Gegend irgendwo im Nirgendwo wieder. Auf einem wackligen Stahlturm kann man die 2500 Jahre alten Linien von Palpa bewundern.

Dann warten wir auf einen weiteren Bus und fahren zum Turm der berühmteren und etwas jüngeren Linien von Nazca. Es sind nur ein paar dünne Linien im steinigen Boden, aber da ich schon oft was darüber gehört habe und wir eh hier lang fahren, wollte ich sie trotzdem sehen. Einen richtigen Eindruck bekommt man jedoch nur bei einem Rundflug im Flugzeug. In Nazca steigen wir in den luxuriösen Bus mit Liegesesseln, WiFi, Essen, Strom und TV.

18.08.-19.08. Huacachina + Islas Ballestas

19Aug2014

Wüstenoase – Sandboarden – Vogelinseln

Ica Mototaxi zur Oase Oase Huacachina von riesigen Sanddünen umringt unser Hotel, sieht auf dem Bild besser aus 16:00 die Oase erwacht wie in der Achterbahn größer als gedacht selbstgebaute Buggys Dünen bis 220m hoch Sonnenuntergang und Rückkehr zur Oase Boot zu den Islas Ballestas Fischerboot Pelikan-Kolonie Pelikane  Humboldt-PinguineSeelöwenCandelaber ZeichnungIslas BallestasFeuerkrabben Kormorane-SchwarmSeelöweGeierCeviche im FischrestaurantÜben mit richtigem BoardBuggy Tag 2oben auf der DüneSonnenuntergangSandboarding

Früh treffe ich Christian Meisel am Busbahnhof und 7:00 geht es gleich weiter nach Ica und hier nach dem Mittag mit dem Mototaxi in die 4km entfernte Oase Huacachina. Gestern noch im ewigen Eis und heute stehe ich schon in einer Oase mit einem kleinen See, umringt von Palmen und sehr hohen Dünen. 16:00 erwacht der kleine Ort, überall brummen die Motoren von selbstgebauten Buggys. Die Attraktion hier heißt Sandboarden. Wir dachten die Buggys dienen nur dem Transport auf die Düne, aber zunächst heizen wir wie bei einer Achterbahnfahrt durch die Wüste über spitze Kämme und durch steile Kurven. Überall hört man Touristen kreischen. So groß hätten wir uns die Ausmaße nicht vorgestellt. Dann auf beschichteten Brettern mit Schlaufen geht es zunächst liegend die Düne hinunter, bei der nächsten schon stehend. Die letzte als krönender Abschluss ist mit 220m Höhe respekteinflößend und wieder liegend rauschen wir mit bis zu 50 Sachen hinunter. Nach einem schönen Sonnenuntergang gelangen wir zur Oase zurück und langsam kehrt wieder Ruhe ein. Am nächsten Morgen fahren wir mit einer Tour zum Meer und von hier in einem offenen Boot weiter zu den Islas Ballestas. Eine kleine Ansammlung von mit Steinbögen durchzogenen Inseln, welche auch als Galapagos für Arme bezeichnet wird. Wir sehen Boobies, Komorane, Humboldt-Pinguine, Pelikane und faulenzende Seelöwen. Die Inseln sind von oben bis unten vollgesch***** und trotz Naturschutzgebiet wird das begehrte Guano aller 5 Jahre abgebaut. Nach Ceviche und Pescado frito fahren wir zurück in die Oase. Die Temperaturunterschiede in Peru sind wirklich extrem, auf der Düne schwitzen wir in kurzen Klamotten und hier bibbern im eisigen Wind mit Pulli und Jacke. Da es gestern so viel Spaß gemacht hat, leihen wir uns mal richtige Snowboards, laufen 2x die Düne hoch zum Probieren, mehr ist aus Kondition nicht drin. Dann 16:00 wieder Fahrt im Buggy. So richtig klappt es mit den Kurven nicht und wir trauen es uns nicht so schnell wie liegend auf dem Brett, aber es macht trotzdem irre Spaß.

17.08. Cordillera Blanca - Nevado Pastoruri

17Aug2014

Riesenpflanzen – Gletscher – Nasenbluten

Berge auf dem Hinweg 5000 Pflanzen sollen es im Tal sein deep blue sea sprudelnde Quellen, Erklärung nur auf spanisch auf die Kälte vorbereitet Puya raimondii Puya raimondii und ich Weg zum Gletscher Gletscher Gletscher Gletscher Blick zum Parkplatz wieder blutige Nase Tal zum Gletscher

Da ich noch eine Nacht hier schlafen wollte und erst für heute Abend einen Nachtbus buchen will, habe ich einen Tagesausflug gebucht. Er sollte anders sein als der Santa Cruz Trek, nicht zu zeitig starten und nicht mit zu viel laufen.

9:30 holt mich der Bus vom Hostel ab, später in einem kargen Tal auf Schotterpiste halten wir bei den Riesenbromelien Puya raimondii. Die Pflanze wird bis zu 100 Jahre alt, bis zu 15m hoch, blüht nur ein einziges Mal und gedeiht zw. 3500-4500m Höhe. Schon sehr beeindruckend, wenn man daneben steht. Aber ich wußte nicht, dass wir heut wieder in solche Höhen vordringen und ich spüre schon wieder einen Druck auf der Brust.

Auf 4800m hält der Bus und wir laufen noch 300m höher zum Rand eines Gletschers. 5100m nochmal 350m höher als der Pass Punto Union. Ich komme aufgrund der Höhe nur im Schneckentempo voran und die Nase Blutet wieder, morgen geht’s zum Glück wieder auf Meereshöhe.

Der Gletscher ist zwar in den letzten Jahren sehr geschrumpft und die Eishöhlen gibt es nicht mehr, aber er sieht trotzdem sehr beeindruckend aus. Das Eis schimmert blau, davor schwimmen Schollen in einem kleinen See, im Hintergrund eine schöne Bergkette.

Abends verbringe ich die Zeit im Hostel, bis ich meinen Nachtbus nach Lima 23:00 nehmen kann.

13.08.-16.08. Cordillera Blanca - Santa Cruz Trek

16Aug2014

Enge Täler – hohe Pässe – eisige 6000er

  kleine SiedlungenFrauen in traditioneller KleidungMeerschweinchenfarmauf weiter Flur erster Lama-KontaktRinde aus tausend weichen Schichtenerstes Nachtlager PariaPariaerste Nacht eiskalt mit Milchstraße

1.Tag

6:00 erreiche ich im Dunkeln den Busstand und sofort nimmt mich ein vollgepacktes Collectivo nach Yungay mit. Fahrzeit 1h. Von hier quetsche ich mich in ein anderes Collectivo. Außer Locals sitzen hinter mir Jeremy und Michael aus Virginia, die den Trek ebenfalls alleine machen wollen, perfekt.

Die Fahrt soll 3,5h dauern, was mir nicht bewusst war und sie entpuppt sich noch als meine schlimmste Busfahrt. Von 2500m schrauben wir uns auf 4700m hoch und anschließend wieder hinunter auf 3700m nach Vaqueria. Alles über Schotterpiste, durch die Steine werden wir durchgeschüttelt, der Staub liegt auf der Zunge, Knie im Rücken und die Kopfschmerzen durch die Höhe runden alles ab.

11:00 haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und starten gemeinsam ab Vaqueria unseren Marsch. Es nieselt leicht und zunächst geht es durch grüne Landschaft an einzelnen Häusern vorbei, einer Meerschweinchen-Farm, meinen ersten beiden Lamas immer einem Tal mit einem Fluss folgend. Jeremy schnauft wegen dem schweren Rucksack und der Höhe, mir geht es eigentlich ganz gut. Entspannt erreichen wir 16:30 den ersten Campground Paria auf 3850m.

Inmitten herrlicher Landschaft bauen wir die Zelte auf, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Sobald die Sonne weg ist wird es empfindlich kalt. Da morgen die längste Etappe ansteht geht’s bald in den Schlafsack.

Sonnenaufgang bei Minusgraden Zelt befreit von Eis Eseltreiber   Pause vorm großen Anstieg   Rundblick 1 Rundblick 2 Rundblick 3 Pass Punta Union Abstieg  Panorama Taullipampa weiterer Abstieg  Zeltlager 2.Nacht

2.Tag

Die Nacht war recht kalt und früh 6:00 ist alles von Raureif überzogen, das Wasser in meinem Topf ist gefroren. Die organisierte Gruppe macht sich bereits auf den Weg, Jeremy und Michael mähren noch rum und ich geh 7:30 schon alleine los, um die Etappe noch gut zu schaffen.

Der Weg zum Pass Punta Union 900m höher wird zunehmend steiler. Die schroffen schneebedeckten 6000er sind nun zum Greifen nah. In der Höhe strengt jeder Schritt an und die Kopfschmerzen nehmen zu. In der Ferne sehe ich die beiden Amies auf Eseln reiten, auf dem Pass auf 4750m Höhe haben sie mich eingeholt. Der Rundumblick auf mehrere 6000er, Gletscher und Lagunen ist atemberaubend, aber durch die Höhe will ich auch schnell wieder absteigen. Michael muss sich trotz Ritt auf dem Esel übergeben.

Beim nächsten Camp Taullipampa auf 4250m angelangt, sind meine Kopfschmerzen nicht besser geworden. Ich habe etwas Angst wegen der Kälte in der Nacht und der Höhe. Da Jeremy und Michael eh überlegen den restlichen Weg auf Eseln zurückzulegen, steige ich noch in die große Ebene auf 3900m alleine weiter ab. Schade, da die Landschaft hier oben Wahnsinn ist, der Campground wird als der schönste der Cordilleren beschrieben.

Endlich finde ich eine Stelle mit Zugang zum Fluss, baue das Zelt auf Sandgrund auf und gehe bereits 17:00 ins Bett. Mit Atemproblemen, plötzlichen Nasenbluten und starken Kopfschmerzen hangele ich mich weit und breit allein durch die schlaflose Nacht.

furchtbare Nacht Wasserfall zu beiden Seiten Laguna    letzter Campplatz

3.Tag

Froh, dass der Tag anbricht mache ich mich wieder 7:30 auf. Ich sehe noch vor mir Michael und Jeremy davonreiten. Die nächsten 15km zieht sich der Weg auf einer Höhe durch das enge Tal, gesäumt von Wasserfällen. Kühe und Pferde grasen am Fluss. Bald erreiche ich die große Laguna Jatuncocha. Bereits 11:00 gelange ich zum Camp Llamacorral. Weit und breit kein anderer Trekker. Ich laufe einfach weiter und 14:00 sagt mir ein Local, dass es nur noch 1,5h bis Cashapampa, dem Endpunkt, sind. Da es schwerer sein soll abends Rücktransport zu bekommen, die Sonne scheint, ich noch genug Essen habe und eh noch eine Nacht bleiben wollte, suche ich mir einen Platz zum Zelten.

Das Tal wird nochmals enger und der Weg fällt nun steiler ab um fast 1000m bis Cashapampa. Der Fluss bildet unzählige kleine Wasserfälle. Es ist schwer einen Platz zu finden. Ein winziger Seitenpfad führt mich zum Wasser und einem kleinen Sandflecken fürs Zelt. Lese, koche, höre Musik. Bald wird es aber langweilig und ich geh schon 20:00 schlafen.

13 im Kombi Weg nach Caraz Markt Caraz Tuk Tuks à la Peru Berge Frau mit Schatten

4.Tag

Wie die letzten Tage starte ich 7:30 für den letzten Abstieg. Bin bereits nach 45min im kleinen Ort. Ein Kombi nimmt mich nach Caraz (1h) mit. Zusammen sitzen 13! Leute in dem Auto, vorne 4, hinten 6 und im Kofferraum 3, aber recht bequem. Hier im Ort ein schöner Markt, die Frauen in traditioneller Kleidung, viele Tuk Tuks, wirkt wie in Asien.

Bin dann vormittags wieder in Huaraz. Buche noch einen Tagestrip für morgen, organisiere den weiteren Verlauf der Reise und spreche mich mit Christian Meisel ab, der spontaner Weise morgen früh in Lima landet.

12.08. Cordillera Blanca - Huaraz

12Aug2014

Andenhauptstadt

Cordillera Blanca Huaraz Huaraz

05:50 erreiche ich noch im Dunkeln Huaraz, die Hauptstadt der Anden. Auf 3100m Höhe zwischen der Cordillera Blanca und Negra gelegen bildet sie das Zentrum des Outdoor Sports in den Anden. Die Straßen sind gefüllt von Backpackern, die in den vielen Agenturen und Geschäften sich ausstatten wollen und von denen, die gerade von einem Mehrtages-Trip zurückkommen und sich nur eine Dusche wünschen. Im Hintergrund thront die Cordillera Blanca. Nach dem Himalaya die höchste Gebirgskette mit über 18 6000ern.

7:00 darf ich dann in mein 6BettDorm, nur noch belegt mit Fabian aus Chemnitz. Mein Ziel ist der 4-Tages Santa Cruz Trek und er will mitkommen, wenn es bei ihm mit der Höhe klappt. Eigentlich sollte ich mich auch etwas akklimatisieren, aber ich will unbedingt los. Ich streune den ganzen Tag durch die Stadt, leihe Kocher, kaufe Kartusche, leichtes Essen, hole mir die Permit und erkundige mich über Transport etc.

Andere aus dem Hostel machen eine gebuchte Tour für nur 300Soles, ich komme auch auf 115, aber hab kein Guide, Esel, Koch. Zum guter Letzt sagt mir auch noch Fabian abends ab, da ich alles zusammen habe beschließe ich morgen 5:30 alleine zu starten.

10.08-11.08. Lima, Peru

10Aug2014

Nebel – Kirchen – gute Küche

Plaza de Armas + la Catedral la Catedral Iglesia de Santo Domingo Iglesia de Santo Domingo Prozession Jeti Prozession Unai, Mayza, Katrin, Ich Monasterio de San Francisco Monasterio de San Francisco katakomben San Francisco Abendmahl mit Meerschweinchen Kochsession Küste mit Garua-Nebel Parque del Amor Barranco Viertel Lima Kitchen Diebstahlschutz Holzerker

23:00 lande ich in Lima, mit einem gebuchten Fahrer geht’s nach Miraflores ins Hitchhikers Hostel. Normalerweise nehme ich immer Public Transport, aber die Taxifahrer in Peru sollen die schlimmsten sein, alles gefährlich und um die Zeit fährt eh nix anderes. Muss erst einmal reinkommen. Nachdem wir falsch in Einbahnstraßen waren, gegen den Kreisverkehr gefahren sind und immer ein Auge auf dem Navi auf dem Bein, sind wir endlich gegen 1:00 früh angekommen. Nach einem Bierchen und 48h seit der heimischen Haustür leg ich mich schlafen.

Beim Frühstück komme ich mit Katrin und Mayza aus Deutschland, Lisa aus Korea und Unai aus dem spanischen Baskenland ins Gespräch. Alle aus meinem 6er Dorm (viel Platz und stabile Holzbetten, aus Asien anderes gewohnt). Wir fahren mit dem Taxi in die 8km entfernte Altstadt. (Hier soll man nicht übernachten wegen gefährlich, denke das ist übertrieben)

In Peru ist gerade Winter, ca. 16°C und wir erleben den berühmten Garua-Nebel, der durch den kalten Humboldtstrom entsteht. Die nächsten 2 Tage soll ich die Sonne nicht zu Gesicht bekommen. Wir laufen durch die schöne Innenstadt mit vielen Plätzen und Kirchen, schönen Häusern mit den typischen Holzerkern (erinnert mich an Malta oder Kathmandu). Heute ist Sonntag und obendrein noch ein Festtag eines Heiligen. Prozessionen finden statt und man trifft geschmückte Leute mit Masken und Jeti. Das Kloster San Francisco ist sehr schön mit Katakomben, der zweitältesten Bibliothek SA, dem letzten Abendmahl auf peruanisch mit gebratenem Meerschweinchen… nur Fotos waren nirgends erlaubt.

Vom Essen in SA war ich etwas skeptisch, aber Lima ist bekannt für seine gute (Sterneniveau) Küche und selbst für ca. 1,80€ bekommt man ein 2 Gänge Menü mit Getränk. Vielleicht sollte man ja hier kein rohen Fisch essen, aber Ceviche mit Zwiebeln und Limetten ist saulecker.

Am ersten Tag haben wir eigentlich schon alles abgegrast. Am zweiten Tag fahren wir, diesmal mit dem Localbus nach Barranco, dem Künstlerviertel von Lima. 15:00 machen sich alle 4 zusammen auf nach Cusco und Matchu Pitchu. Ich war lange am rumüberlegen, ob ich nicht einfach mitfahre und bei der tollen Gruppe bleibe, hab mich dann aber doch für den Nachtbus nach Huaraz im Norden entschieden, da ich unbedingt die Cordillera Blanca sehen wollte. Das buchen des Busses hat ewig gedauert, da alle Unternehmen in der Stadt verstreut sind. Ohne spanisch ist es auch echt schwer. Bin 2h durch die Stadt gedüst.

Auf dieser Seite werden lediglich die 20 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.